Was hast du eigentlich studiert?

Die Wahl des richtigen Studienfaches war für mich nicht so schwer, ich wollte etwas Soziales machen, entweder als Sozialpädagogin oder Lehrerin. Wobei ich zugeben muss, dass ich diese Vorstellung nicht immer hatte. Meine Berufswünsche in der Kindheit und Jugend wechselten ziemlich häufig. Einen Wunsch den ich lange hatte, war es Ägytologin zu werden. Mich haben die Schriftzeichen ungemein fasziniert und ich bin auch gerne ins Museum gegangen. Ägypten steht aber auf jeden Fall noch als Reiseziel auf meiner Bucket-List.

Ein weiterer langgehegter Traum war es Schauspielerin zu werden. Jahrelang war ich in der Theater-AG an meiner Realschule. In der 10. Klasse machte ich ein Schulpraktikum im Stadttheater in Freiburg, eine sehr schöne Zeit. Ich plante auch nach dem Abi an der Ernst-Busch-Schauspielschule in Berlin zu studieren oder an der in München (da weiß ich den Namen nicht mehr). Die beiden sollten nicht nur super gut sein, sondern auch staatlich anerkannt, d.h. Bafög wäre möglich gewesen. Da mir aber das Risiko zu hoch war, kein geregeltes Einkommen zu haben habe ich den Traum aufgegeben. Die Träume Familie, Haus und Reisen (aka die Welt sehen) waren für mich wesentlich wichtiger.

In der 11.Klasse machte ich dann ein Praktikum als Lehrerin an einer Grundschule. Dies gefiel mir sehr gut und weckte meinen neuen Berufswunsch. Also bewarb ich mich an der örtlichen Uni für Deutsch und Pädagogik auf Lehramt und einmal noch nur für Erziehungswissenschaften (EW) und an der FH für Soziale Arbeit. Wo anders zu studieren kam für mich nicht in Frage, da ich auf Unterstützung für Ben angewiesen war.

Ich wurde tatsächlich für EW im Hauptfach angenommen und schrieb mit erst einmal für Physik als Nebenfach ein (da ohne NC). Im 2. Semester wechselte ich dann zu Sozialwissenschaften, da ich dieses Fach bereits  als Leistungskurs in der Schule hatte. Psychologie wäre auch schön gewesen, leider war mein Schnitt in der 13. nicht gut genug dafür. Der von der 12. war wesentlich besser. Warum, erzähle ich euch ein anderes Mal.

Besonders gut am Studium hat mir gefallen, dass es so viele unterschiedliche Themen gab, u.a. Seminare zu Harry Potter und Twighlit (Jugendkultur, Faszination Unsterblichkeit). Außerdem musste man hauptsächlich Hausarbeiten schreiben und nicht für Klausuren Bulimie-Lernen wie in Psychologie. Texte schreiben fällt mir einfach leichter, in Deutsch-Klausuren habe ich auch immer Romane geschrieben.

Das Fach Sowi passt sehr gut zu EW, da sich viele soziale Themen überschneiden. Zudem lernt man noch etwas über die politischen Sichtweisen.

Den Bachelor habe ich relativ straff durchgezogen und dann noch einen Master in EW daraufgesetzt. Den habe ich eigentlich total unnötiger Weise gemacht.

  1. Braucht man den nur, wenn man in der Forschung/Uni arbeiten möchte
  2. Er in keinster Weise auf dem Bachelor aufbaut. Ich hatte im Bachelor sowohl im Hauptfach als auch im Nebenfach Einführungsseminare in qualitativer und quantitativer Forschung. Das Spiel wiederholte sich im Master. Das einzig neue war ein umfangreiches Forschungsprojekt. Ich kann ja verstehen, dass auch welche den Master machen, die von anderen Unis kommen und dort keine Forschungsseminare hatten. Aber wofür gibt es Angleichungsstudien, wie z.Bsp. Latein nachholen für Geschichte? Zudem belegte ich aus Zeitgründen (Die Uhrzeit der Seminare mussten zu den Kitaöffnungszeiten passen und meinen Arbeitszeiten) 2 mal ein Seminar: Einführung in die geschlechtersensible Beratung. Der Unterschied: leicht andere Schwerpunktsetzung, da von unterschiedlichen Dozentinnen abgehalten.
  3. Wenn dann sollte man den Master im Nebenfach machen. Denn dieses hatte man in einem geringeren Umfang. Ich hätte ja gerne einen Psychologie-Master daraufgesetzt, geht aber nicht, wenn man es im Bachelor nicht hatte.
  4. Der Bologna Prozess sollte für eine Internationalisierung der Studienabschlüsse sorgen, aber mal ehrlich noch nicht einmal die Schulabschlüsse innerhalb von Deutschland sind einheitlich. In den USA besucht man im Bachelor Seminare die man interessant findet und studiert meist erst im Master das endgültige Fach. Finde ich sehr schade, dass es hier nicht so ist. dann gäbe es sicherlich weniger Studienabbrecher. Könnte man doch in Ruhe feststellen, ob einem ein Fach liegt. Das bekannteste Beispiel ist hier wohl Mathematik. Der Unterschied von Schule zu Studium ist doch enorm.

 

Nun zu euch? Studium? Ausbildung? Was macht ihr beruflich?

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Ein Kommentar zu „Was hast du eigentlich studiert?

  1. Toller Beitrag!
    Ich habe meinen Bachelor auch schnell durchgezogen und dann erstmal eine Pause gemacht und als Sozialarbeiterin gearbeitet. Jetzt mache ich meinen Master, weil ich es für sinnvoll hielt und finde es doch sehr überflüssig.
    Erziehungswissenschaften klingt sehr spannend! Weißt du schon was du damit dann machen magst?

    Gefällt mir

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